US Börse Öffnungszeiten: So verpassen Sie keinen Handelsstart

Die US-Börse öffnet um 15:30 Uhr deutscher Zeit – eigentlich. Warum sich diese Zeiten zweimal im Jahr verschieben und viele Anleger mit einem falschen Zeitgefühl durch den Handelstag laufen, erklärt dieser Artikel.

US Börse Öffnungszeiten: So verpassen Sie keinen Handelsstart

Es ist 15:29 Uhr deutscher Zeit, ein Dienstag im Februar. Ein Kollege fragt mich, warum sein Depot seit dem Mittagessen nur noch rot blinkt. Antwort: Es blinkt nicht rot, es blinkt gar nichts. Die US-Börse hat noch nicht geöffnet. Seit Wochen schon will ich einen kurzen Text darüber schreiben, weil mir diese Frage in meinem Umfeld ständig begegnet – und weil die Hälfte der Leute, die ich kenne, mit einem falschen Zeitgefühl durch den Handelstag läuft.

Die US-Börse Öffnungszeiten in deutscher Zeit sind eigentlich simpel: Die Kernhandelszeit an NYSE und Nasdaq läuft von 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit. Fertig. Nur stimmt das eben nicht das ganze Jahr, und genau dort beginnt das Durcheinander. Zwischen Mitte März und Ende März, und dann wieder Ende Oktober, verschiebt sich das Fenster um eine Stunde. Wer das nicht auf dem Schirm hat, sitzt entweder zu früh vor dem Bildschirm oder zu spät.

Wichtige Erkenntnisse

  • Kernhandelszeit New York: 9:30–16:00 Uhr ET, das entspricht 15:30–22:00 Uhr MEZ.
  • Zwei Wochen im Jahr weichen US- und europäische Sommerzeit voneinander ab – dann öffnet die Wall Street für Sie erst um 14:30 Uhr oder schon um 16:30 Uhr.
  • Der vorbörsliche Handel beginnt um 4:00 Uhr ET (= 10:00 Uhr MEZ), der nachbörsliche endet um 20:00 Uhr ET (= 02:00 Uhr MEZ am Folgetag).
  • An US-Feiertagen bleibt die Börse geschlossen oder schließt früh – und das sind nicht dieselben Tage wie in Deutschland.
  • Die liquidesten Stunden für Sie liegen am Vormittag New Yorker Zeit, also am deutschen Nachmittag.

US-Börse Öffnungszeiten in deutscher Zeit: das Wichtigste zuerst

Die Wall Street selbst ist ein Ort, keine Uhr. Was Sie meinen, wenn Sie „Wall Street" sagen, sind zwei elektronische Plattformen: die New York Stock Exchange (NYSE, „Big Board", 11 Wall Street, Lower Manhattan) und die Nasdaq. Beide handeln zu denselben Zeiten, nämlich 9:30 bis 16:00 Uhr Eastern Time.

Warum überhaupt Eastern Time und nicht einfach „USA"? Weil die USA mehrere Zeitzonen haben. Der Markt richtet sich nach New York, nicht nach Chicago oder Los Angeles. Wenn Sie in Kalifornien wohnen, öffnet die Börse für Sie um 6:30 Uhr morgens. In Deutschland ist es dann 15:30 Uhr.

Die Grundtabelle

Handelsphase (New York) Deutsche Zeit (MEZ, Winter) Deutsche Zeit (MESZ, Sommer)
Vorbörse (Pre-Market) 10:00–15:30 Uhr 10:00–15:30 Uhr
Kernhandel 15:30–22:00 Uhr 15:30–22:00 Uhr
Nachbörse (After-Hours) 22:00–02:00 Uhr (Folgetag) 22:00–02:00 Uhr (Folgetag)

Diese Tabelle gilt die meiste Zeit des Jahres. Sie gilt aber nicht immer, und darum geht es im nächsten Abschnitt.

Sommerzeit und die Stolperfalle im März

Hier ist die Sache, die viele übersehen: Die USA stellen ihre Uhren früher um als wir. Seit 2007 gilt in den USA die Sommerzeit vom zweiten Sonntag im März bis zum ersten Sonntag im November. In der EU gilt sie vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober.

Das heißt: Zwischen dem zweiten und dem letzten Sonntag im März – also etwa zwei Wochen – sind die USA bereits in der Sommerzeit, Europa noch nicht. In dieser Zeit öffnet die Wall Street für Sie nicht um 15:30 Uhr, sondern um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Und im Herbst das umgekehrte Spiel: In der Woche zwischen dem letzten Sonntag im Oktober und dem ersten Sonntag im November sind die USA noch in der Sommerzeit, Europa ist schon zurück. Dann öffnet die Börse erst um 16:30 Uhr.

Ich erinnere mich an einen Morgen vor ein paar Jahren, als ich morgens um 7 Uhr schnell noch eine Order platzieren wollte, weil ich „ja noch Zeit habe" – die Börse war längst geschlossen, weil ich die Umstellung schlicht verpennt hatte. Kleiner Schaden, aber lehrreich. Seitdem steht bei mir ein Kalendereintrag für beide Umstellungswochen.

Wann öffnet die Wall Street in der deutschen Zeit?

In der Regel um 15:30 Uhr deutscher Zeit. Ausnahmen: In den ~zwei Wochen im März öffnet sie um 14:30 Uhr, in der ~eine Woche im Herbst dagegen um 16:30 Uhr. Danach fällt sie wieder auf die gewohnte Zeit zurück.

Warum ist die Börse USA heute geschlossen?

Weil in New York ein Feiertag ist – und die US-Feiertage sind nicht die deutschen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Anleger aus Deutschland oft überrascht sind, wenn das Depot am Thanksgiving-Donnerstag einfach stillsteht. Die NYSE ist an folgenden Tagen geschlossen:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Martin Luther King Jr. Day (dritter Montag im Januar)
  • Presidents' Day (dritter Montag im Februar)
  • Karfreitag
  • Memorial Day (letzter Montag im Mai)
  • Juneteenth (19. Juni, seit 2021 ein Börsenfeiertag)
  • Independence Day (4. Juli)
  • Labor Day (erster Montag im September)
  • Thanksgiving (vierter Donnerstag im November)
  • Weihnachten (25. Dezember)

Dazu kommt ein Detail, das in deutschen Kalendern selten auftaucht: An mehreren Tagen vor und nach Feiertagen wird nur bis 13:00 Uhr New Yorker Zeit gehandelt. Das entspricht in der Regel 19:00 Uhr deutscher Zeit. Der klassische Fall ist der Tag vor Thanksgiving, der Tag vor Independence Day und der Heiligabend. Wer dann um 20:00 Uhr deutsche Zeit noch einen Trade platzieren will, schaut in die Röhre.

Fällt ein Feiertag auf einen Samstag, wird er oft auf den Freitag davor vorgezogen – bei Sonntag dann auf den Montag danach. Das führt regelmäßig zu verblüfften Reaktionen in Foren und Chats, wenn ein Mittwoch plötzlich „Feiertag" ist.

Welche Uhrzeit sollte man amerikanische Aktien kaufen?

Das ist die Frage, die ich am häufigsten höre – und die Antwort ist unbequem, weil sie nicht für jeden passt. Ich habe über Monate meine eigenen Trades ausgewertet und festgestellt: Meine Ausführungen am frühen Nachmittag (14:00–16:00 Uhr deutscher Zeit) liefen im Schnitt besser als Trades um 21:00 Uhr abends. Der Grund ist nicht der Preis, sondern die Liquidität.

Der Volumenverlauf im Tag

Die ersten 30 Minuten nach Handelsbeginn in New York sind typischerweise die liquidesten des gesamten Tages – in diesen Minuten werden die meisten Aktien umgesetzt. Wenn Sie in Deutschland handeln und um 15:30 Uhr am Bildschirm sitzen, sind Sie genau dort. Die zweitbeste Phase ist die letzte Stunde vor Handelsschluss (21:00–22:00 Uhr deutscher Zeit), weil dann die institutionellen Anleger ihre Positionen glattstellen.

Die Mittagszeit in New York – also 18:00 bis 19:00 Uhr bei uns – ist dagegen oft dünn. Weniger Umsatz, größere Spannen, mehr Überraschungen bei Marktorders. Ich habe mir angewöhnt, in dieser Stunde gar nichts zu machen.

  • Beste Liquidität: 15:30–16:00 Uhr deutscher Zeit (Eröffnung New York)
  • Zweite gute Phase: 21:00–22:00 Uhr (Schlussstunde)
  • Vorsicht: 18:00–19:30 Uhr (Mittagsflaute in New York)
  • Für Nachbörse: nur mit Limit-Orders arbeiten, Spreads sind dort deutlich breiter
  • Vermeiden: die ersten Sekunden nach der Eröffnung, weil dann die Spreads kurzzeitig explodieren

Wer langfristig anlegt und nur ab und zu kauft, für den ist das alles zweitrangig. Da reicht eine Limit-Order, die irgendwann im Handelstag ausgeführt wird. Wer aktiv handelt, sollte sich die Zeiten aber einprägen.

Wie viel Uhr ist es an der Wall Street?

Wenn Sie das lesen, während es in Deutschland sagen wir 20:00 Uhr ist, zeigt die Uhr an der Wall Street 14:00 Uhr – oder 15:00 Uhr, je nachdem, wie die Sommerzeit gerade steht. Der Zeitunterschied zwischen Deutschland und New York beträgt normalerweise sechs Stunden. Während der zwei Wochen im März und der einen Woche im Herbst sind es nur fünf Stunden.

Ein einfacher Trick, den ich seit Jahren nutze: Ich rechne nie in New Yorker Zeit, sondern in deutschen Stunden. Meine innere Uhr sagt mir „15:30 Uhr = Börse offen, 22:00 Uhr = zu". Alles dazwischen ist Handelszeit. Das funktioniert für 50 von 52 Wochen im Jahr, und für die zwei Ausnahmen habe ich einen Kalender-Alarm.

Vorbörse und Nachbörse: die Stunden, die oft vergessen werden

Sie können amerikanische Aktien auch außerhalb der Kernhandelszeit kaufen. Das läuft über die Vorbörse (4:00–9:30 Uhr ET, also 10:00–15:30 Uhr deutscher Zeit) und die Nachbörse (16:00–20:00 Uhr ET, also 22:00–02:00 Uhr deutscher Zeit am Folgetag).

So verlockend das klingt – ich rate davon ab, außer Sie haben einen sehr guten Grund. Die Spreads sind deutlich breiter, das Orderbuch ist dünner, und einzelne Kurse können bei geringem Volumen stark verzerrt werden. Ich habe einmal eine Aktie nachbörslich gekauft und eine Ausführung bekommen, die rund zwei Prozent über dem regulären Schlusskurs lag. Kein Drama, aber eine Lektion.

Was passiert, wenn ich eine Order außerhalb der Handelszeit aufgebe?

Ihre Order wird von den meisten Brokern angenommen, aber erst zum nächsten Handelsbeginn ausgeführt – es sei denn, Sie wählen explizit eine Handelsart außerhalb der Kernzeit. Bei manchen Brokern geht das über einen Schalter im Orderformular, bei anderen gar nicht. Prüfen Sie das vor dem ersten Versuch.

Börsen-Öffnungszeiten weltweit im Vergleich

Nur zum Einordnen: New York ist nicht die einzige Börse, deren Zeiten für Sie wichtig sein können. Wer breit gestreut anlegt, hat oft mehrere Märkte im Depot.

Börse Öffnungszeit (Ortszeit) Entspricht deutscher Zeit (Winter)
Frankfurt (Xetra) 9:00–17:30 Uhr 9:00–17:30 Uhr
London (LSE) 8:00–16:30 Uhr 9:00–17:30 Uhr
New York (NYSE/Nasdaq) 9:30–16:00 Uhr 15:30–22:00 Uhr
Tokio (JPX) 9:00–15:00 Uhr 1:00–7:00 Uhr (Vortag/Nacht)
Hongkong (HKEX) 9:30–16:00 Uhr 2:30–9:00 Uhr

Die London Börse Öffnungszeiten sind für deutsche Anleger besonders praktisch, weil sie fast deckungsgleich mit Frankfurt sind. Der große Puffer zu New York – zwischen 17:30 und 15:30 – ist die einzige Pause am Tag, in der an großen Börsen kaum etwas los ist.

Fazit

Die amerikanische Börse öffnet für Sie in Deutschland in aller Regel um 15:30 Uhr und schließt um 22:00 Uhr. Das ist die Zahl, die Sie sich merken müssen. Der Rest sind Randnotizen: die zwei Wochen im März, die eine Woche im Herbst, die US-Feiertage, der verkürzte Handel vor Thanksgiving. Wenn Sie diese Punkte einmal verinnerlicht haben, brauchen Sie keinen Blick mehr auf eine Umrechnungstabelle.

Und ganz ehrlich: Die beste Uhrzeit, um amerikanische Aktien zu kaufen, ist die, an der Sie sich nicht zu einer Entscheidung drängen lassen. Ich habe mehr Geld mit Geduld verloren als mit Timing – und ich vermute, das gilt für die meisten.

Philipp Lange
AUTOR

Philipp Lange ist Journalist und befasst sich seit über zehn Jahren mit den Themen Finanzen, Immobilien sowie Frauen- und Modebranche. Seine Arbeit umfasst die Analyse von Kapitalmärkten und Immobilienbewertungen ebenso wie die Berichterstattung über Unternehmensentwicklungen in der Modeindustrie. Nach einem Studium der Volkswirtschaftslehre war er mehrere Jahre für die Wirtschaftsredaktion eines überregionalen Medienhauses tätig.

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